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Analyse: Wer kann sich welche Miete leisten?

Donnerstag 04. April 2019

Was Wohnen wirklich kostet: Dieser Frage ist der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e.V. (VSWG) in einer aktuellen Analyse nachgegangen. Die Bezahlbarkeit von Mietwohnungen wird dabei anhand verschiedener Kriterien bewertet. Demnach habe etwa jeder fünfte sächsische Haushalt aufgrund eines zu geringen Einkommens Probleme bei der Wohnungssuche.

Wenige finanzstarke Haushalte in Sachsen

Gemäß der Analyse wird die Anzahl der Haushalte mit höheren Einkommen und entsprechendem Kapital für die Anmietung generell teurerer Neubauwohnungen auf weniger als 10 Prozent geschätzt. Demgegenüber stehen insbesondere finanziell schwächer gestellte Fallgruppen – darunter um Beispiel Alleinerziehende mit Kindern und Rentner -, deren Nettoeinkommen ein Wohnen in bestimmten Lagen und mit bestimmter Wohnungsgröße aufgrund zu hoher Kosten nahezu unmöglich macht.

Die vier Kategorien der Wohnungssuchenden

Aus insgesamt 30 Fallgruppen ermittelt der VSWG in seiner Analyse vier Kategorien:
die „Armutsgefährtdeten“
• die „Versteckten Verlierer“
• die „Goldene Mitte“
• die „Loftbewohner“

Die Verantwortlichen schlussfolgern aus der Analyse allerdings kein Mietenproblem, sondern vielmehr ein Einkommensproblem. So können sich alleinstehende Rentner beispielsweise maximal Kaltmieten in Höhe von 3,88 EUR pro Quadratmeter leisten. Bei einem Paar ohne Kind mit zwei Vollzeitkommen sind es 14,18 EUR pro Quadratmeter.

Weitere Ergebnisse der Analyse des VWSG sind hier abrufbar:zur Website

Im Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e.V. sind 211 Wohnungsgenossenschaften organisiert. Insgesamt werden im Freistaat Sachsen dadurch rund 287.000 Wohneinheiten bewirtschaftet. Damit halten die Wohnungsgenossenschaften derzeit 19,2 Prozent des Mietwohnungsbestandes in Sachsen.

Wohnungsnot bei Familien & Alleinerziehenden

Zu den Erkenntnissen der Analyse gehört auch, dass Familien mit Kindern und Alleinerziehende häufiger zu den Fallgruppen gehören, die aktuell in Wohnungsnot geraten. Hier bedürfe es neuen gemeinsamen Lösungswegen von Wohnungswirtschaft und Politik.

Dr. Viehweger (Vorstand, VSWG) führte ebenfalls aus, dass eine Nettokaltmiete von nur 6,50 EUR pro Quadratmeter für einen Großteil der Bevölkerung letztlich die Obergrenze für Mietkosten markiere. Das betritt u.a. Rentner (zu zweit lebend), Single-Haushalte mit Vollzeiteinkommen und Familien mit Kindern. Maßgeblich sind selbstverständlich auch regionale Unterschiede, denn Mieten im ländlichen Raum seien teils leichter zu bezahlen als Mieten in Ballungszentren.

Bildquelle: Flickr.com – Derbeth, Dresden after sunrise, CC BY 2.0