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Streitpunkt Maklergebühr: Zur Initiative der Bundesländer

Donnerstag 01. November 2012

Wer sollte Maklergebühren zahlen: Mieter oder Vermieter? Genau diese Frage haben einige Bundesländer aktuell in den Raum gestellt und plädieren für eine Neuordnung der Maklercourtage. Welchen Einfluss eine entsprechende Umsetzung auf die Mietpreise haben könnte, rückt dabei ebenfalls in den Fokus. Reformbemühungen wachsen dabei insbesondere in den deutschen Metropolen, denn die Wohnsituation in Berlin, Hamburg und weiteren Großstädten bleibt weiter angespannt. Hamburg unterbreitete den Vorschlag, dass künftig der Vermieter für Maklergebühren aufkommen muss. Nicht selten verlangen Immobilienkmakler zwei Netto-Kaltmieten, zuzüglich einer weiteren Kaution, die beim Vermieter hinterlegt wird. Die neue Kostenverteilung, die 2013 im Bundesrat genauer diskutiert werden soll, fand beispielsweise auch in Berlin und einigen anderen Bundesländern Zustimmung, bleibt jedoch nicht kritiklos. So besteht unter anderem die Möglichkeit, dass die Umverteilung sich langfristig wieder in den Mietpreisen niederschlägt womit den Wohnungssuchenden nicht geholfen wäre.

Wie Studien belegen, haben sich die Mieten bei Neuverträgen in Ballungszentren wie Hamburg, Berlin und München bereits verteuert. Der Erlass von Maklergebühren wäre für Mietsuchende, darunter insbesondere Familien und sozial schwächer gestellte Interessen, demzufolge eine Erleichterung. Jedoch könnten Mietpreissteigerungen die Folge einer solchen Initiative sein.

Grundsätzlich muss der Vorschlag zunächst aufs Papier und im Bundesrat eingebracht werden. In den Ausschüssen wird dann genauer über den Reformvorschlag beraten bevor dieser den Bundestag erreicht. Neben Hamburg gehören Berlin und Schleswig-Holstein zu den Befürwortern der Neuordnung bei den Maklergebühren. Auch Rheinland-Pfalz und das Saarland stehen dem offen gegenüber, wollen sich jedoch erst nach konkreter Formulierung abschließend äußern. Abgelehnt wird der Reformvorschlag u.a. vom Freistaat Bayern, der diesen als unzulänglichen Eingriff in die Privatautonomie und Vertragsfreiheit beurteilt.

Der Immobilienmarkt wird in diesem Kontext weiter in Bewegung bleiben. Nach Angaben des IVD seien weniger als die Hälfte, ca. 30-40 Prozent, der Verkäufe und Vermietungen deutschlandweit über professionelle Maklern erzielt wurden. Da Eigentümer und Vermieter häufig selbst inserieren und dabei auch auf Portale wie Immo-Suche.net zurückgreifen können, gibt es auch provisionsfreie Alternativen. Ohne Gebühr ist vielfach auch die Vermittlung von Wohnungen, die entsprechend größeren Wohnungsgesellschaften gehören.