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Studie zum Immobilienkauf im Zeitalter der beruflichen Mobilität

Dienstag 22. August 2017

Die CBRE Group, ein kalifornisches, im Gewerbesektor weltweit führendes Immobilienunternehmen, hat eine Studie zum Immobilienerwerb von deutschen, hochmobilen Berufstätigen in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: Die Lebensentwürfe ändern sich, Immobilienkauf gewinnt einen anderen Stellenwert. Immobilienverkäufer müssen ihre Kundenansprache ändern.

Ergebnisse der CBRE-Studie
Die Studie der US-amerikanischen Experten, die sich unter dem Titel „Life-Work-Play” mit den Millennials in Deutschland befasste, kam zum Ergebnis, dass rund 30 % der Befragten grundsätzlich auf Immobilieneigentum verzichten möchten. Die Zielgruppe waren eher junge Leute unter dem 40. Lebensjahr, die in früheren Erhebungen in deutlich stärkerem Umfang den Wunsch nach Wohneigentum geäußert hatten.

Bemerkenswert ist das Ergebnis auch angesichts der in Deutschland steigenden Mieten. Darauf wiesen die Autoren der Studie ausdrücklich hin. Jedoch passe die heute von jungen Berufstätigen geforderte Mobilität nicht mehr zu einem Lebensmittelpunkt, der an ein eigenes Haus gekoppelt sei. Die meisten jüngeren Deutschen können nur schwer einschätzen, wo und womit sie in den nächsten zehn Jahren ihr Geld verdienen. Auch der Trend zum digitalen, damit ortsungebundenen Arbeiten steht dem Immobilienerwerb eher entgegen. Wenn jemand überall seinen Job erledigen kann, denkt er beim Wohnsitz vielleicht eher an ein südliches Resort als an eine Vorstadt im deutschen Norden. In jedem Fall wollen sich bemerkenswert viele jüngere Menschen nicht mehr an eine Region und damit auch an keine Immobilie binden.

Mobil trotz Immobilie
Für Immobilienverkäufer gibt es dennoch einen Weg, die jüngere, interessante Käuferschicht zu gewinnen. Darauf verweist in einer anderen Publikation („The wealthy renter“, 2016) der kanadische Experte Alex Avery. Die jüngeren Käufer sollten ihre Immobilie durchaus erwerben, vermieten, abbezahlen und in späteren Jahren darin wohnen, so sein Vorschlag. Sein Buch wurde zum Bestseller, an der Idee ist offenbar etwas dran. Die Immobilie wäre das Objekt für ein umgekehrtes Rentenmodell. Nicht immer muss dafür hart geschuftet und gezahlt werden: Die jüngere Generation in Deutschland wird aufgrund des Wirtschaftsbooms nach 1950 demnächst ein Billionenvermögen erben. Für Immobilien wird sie allerdings laut Avery nur durch eine neue Kundenansprache zu gewinnen sein. Diese müsse auf jeden Fall über eine moderne Webseite erfolgen und kompetent beraten sowie auf attraktive Wohnmöglichkeiten in ländlichen Gegenden hinweisen – interessant für die Digital Natives, die kein Haus in der Großstadt brauchen, jedoch eigentlich in Deutschland bleiben möchten.

Bildquelle: Flickr.com – Alexander Boden, Keys Close, CC BY-SA 2.0