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Teure Luxus-Wohnheime für Studenten liegen im Trend

Donnerstag 15. September 2016

Private Investoren haben eine neue Marktlücke entdeckt und bieten seit einigen Jahren möblierte Appartements in Luxus-Wohnheimen an. Offenbar mit großem Erfolg. Insbesondere in Großstädten wie München, Berlin, Frankfurt oder Hamburg boomen die Nobel-Unterkünfte für Studenten. Appartements mit Luxus-Ausstattung für Studenten

Das typische Appartement ist ca. 20 Quadratmeter groß, vollmöbliert und mit Bad und Küche ausgestattet. Dazu gibt’s einen kostenfreien Internet-Anschluss sowie einen 24-Stunden-Service, einen Waschsalon, Gemeinschafts- und Fitnessräume, manchmal sogar einen Tiefgaragenplatz.

Für Mieten zwischen 350 und 600 Euro und mehr, plus einer einmaligen Aufnahmegebühr, bekommen die gutbetuchten Studenten jede Menge Komfort. Und die Investoren finden ihre neuen Mieter. Denn laut dem Deutschen Studentenwerk hätten ca. 17 Prozent der deutschen Studierenden ein monatliches Einkommen von über 1000 Euro.

Geförderte Wohnheimplätze mit langen Wartelisten

Gerade jetzt kurz vorm Start des Wintersemesters 2016/17 sind viele Studenten auf der Suche nach einer Bleibe. Bei WG-Zimmern und möblierten Wohnungen von Privatanbietern herrscht ein großer Andrang. Die Wartelisten für Wohnheimplätze des Studentenwerks sind ellenlang, in großen Unistädten genauso wie in kleinen. Zwar ist es ein Auftrag des Studentenwerks bezahlbaren Wohnraum für Studenten mit niedrigem Einkommen zu schaffen, doch fehlen ihm die Mittel für die rund 25.000 benötigten Unterkünfte. Nach den Schätzungen des Deutschen Studentenwerks würden dafür 1,6 Milliarden Euro benötigt werden.

Privatanleger investieren in Luxus-Wohnheime

Diese Lücke füllen nun zunehmend private Investoren – mit beachtlichen Erfolg! Bis zu 15.000 solcher Luxusunterkünfte wurden in den vergangenen Jahren geschaffen. In Frankfurt am Main soll es bis 2018 über 3.000 Luxus-Appartements geben und nur 2.800 Appartements in geförderten Wohnheimen des Studentenwerks.

Selbst in kleineren Universitätsstädten wie Bremen, Freiburg und Bamberg haben sie exklusive Wohnheime errichtet. Und da für die nur vorübergehend genutzten, möblierten Wohnungen die Mietpreisbremse nicht gilt, können Vermieter eine höhere Miete verlangen. Auf diese Weise können Anbieter wie Youniq, Headquarter und The Fizz jede Menge Geld verdienen.

Das Deutsche Studentenwerk sieht in den Luxus-Wohnheimen durchaus eine Entlastung für den studentischen Wohnungsmarkt. Dennoch weist es auch auf die Probleme hin. Denn mit jedem Neubau von Luxus-Wohnungen und Luxus-Wohnheimen steigen die Mieten in der Region, zugleich fehlt Bauland für den dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum. Setzt sich der Trend fort, werden die Großstädte in Deutschland in einigen Jahren das gleiche Schicksal ereilen wie London.

Bildquelle: Flickr.com – Bjoern Schwarz, Hamburg, CC BY-SA 2.0