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Zahl der Baugenehmigungen 2017 gesunken

Montag 22. Januar 2018

Die Nachfrage nach Wohnungen ist deutschlandweit hoch. Und obwohl die Kreditzinsen derzeit noch niedrig sind und in vielen Groß- und Universitätsstädten eine rege Bautätigkeit zu beobachten ist, gehen die Investitionen in den Immobiliensektor scheinbar zurück .

Rückgang der Baugenehmigungen um gut 8 Prozent

Baugenehmigungen 2017 rückläufig

Das legen zumindest die Zahlen des Statistischen Bundesamtes nahe. In den Monaten vom Januar bis November 2017 wurden weniger Baugenehmigungen ausgesprochen als im selben Zeitraum ein Jahr zuvor. Nur rund 314.000 Wohnungen wurden genehmigt. Das entspricht einem Rückgang um 7,8 Prozent bzw. 26.400 Wohneinheiten, wovon Mehrfamilienhäuser ebenso betroffen sind wie Ein- und Zweifamilienhäuser.

An der Zahl der Baugenehmigungen lassen sich Rückschlüsse auf die Entwicklung der Baubranche und des künftigen Wohnraum-Angebots ziehen. Dabei muss natürlich eine zeitliche Verzögerung zwischen Genehmigung, Bautätigkeit und der Fertigstellung einer Immobilie bedacht werden. Diese kann durchaus mehrere Jahre betragen.

Pro Jahr 400.000 neue Wohnungen benötigt

Angesichts der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt gehen Experten davon aus, dass in Deutschland jedes Jahr mindestens 400.000 Wohnungen gebaut werden müssten, um die große Nachfrage nach bezahlbaren Wohnraum zu decken. In den vergangenen Jahren wurde diese Marke jedoch nicht erreicht. So wurden 2017 schätzungsweise 300.000 und das Jahr zuvor sogar nur 280.000 Wohnungen fertiggestellt.

Insbesondere für die Mieter in Groß- und Universitätsstädten stellen die rückläufigen Baugenehmigungen eine schlechte Nachricht dar, da gerade hier bezahlbarer Wohnraum knapp ist. Branchenkenner gehen z.B. davon aus, dass pro Jahr etwa 80.000 Sozialwohnungen gebaut werden müssten, damit sich die Lage hier etwas entspannt. Mit ca. 25.000 Einheiten wurde dieses Ziel bereits 2016 weit verfehlt, obwohl der Bund die Länder pro Jahr mit 1,5 Milliarden Euro unterstützt.

Branchenexperten fordern Politik zum handeln auf

Die Immobilien- als auch die Baubranche fordern die Politik auf, die Rahmenbedingungen für Investitionen in den Wohnungsbau zu verbessern. Günstigere Bauflächen, mehr Fördergelder für den sozialen Wohnungsbau und weniger Bürokratie lauten etwa einige ihrer Forderungen. Zudem sprechen sie sich für einen Immobiliengipfel und Aktionsplan aus.

Bildquelle: Flickr.com – Allie_Caulfield, 2013-09 Sauerlach 160, CC BY 2.0