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Immobilienbesitzern in ländlichen Regionen droht Wertverlust

Montag 17. Juli 2017

Gute Nachrichten für interessierte Käufer, schlechte für Hausbesitzer: Die Preise für Häuser und Eigentumswohnungen in ländlichen Regionen könnten in den nächsten Jahren stark sinken. Das geht aus einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin hervor. Demnach könnten die Kosten für eine Eigentumswohnung bis zum Jahr 2030 in fast jedem dritten Landkreis und kreisfreien Stadt um mehr als ein Viertel fallen. Bezogen auf Ein- und Zweifamilienhäuser wird diese Entwicklung immerhin für ein Viertel aller Kreise prognostiziert.

Entwicklung vor allem in Ostdeutschland spürbar
Diese Entwicklung ist insbesondere im Osten Deutschlands spürbar, besonders in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Schon jetzt sind die Immobilienpreise dort niedriger als im Rest Deutschlands. Aber auch im Westen ist laut der DIW-Studie regional ein Wertverlust bei Wohneigentum zu verzeichnen – etwa in Teilen Nordrhein-Westfalens, Niedersachsens, Nordhessens, im Saarland und in Teilen von Bayern. Gründe für die Entwicklung ist die Überalterung der Bevölkerung auf dem Land und der demografische Wandel. Die Zahl der Rentner wächst mittelfristig, demgegenüber gibt es immer weniger jüngere Erwerbstätige. Um etwa 2,1 Millionen Menschen wird die Bevölkerung in Deutschland wohl bis 2030 im Vergleich zu 2015 zurückgehen.

Junge Menschen ziehen in die Städte
Junge Menschen ziehen aus ländlichen Regionen häufig in Richtung der Städte fort. Vor allem in boomenden Großstädten wie Hamburg, München, Berlin oder Frankfurt am Main ziehen die Preise für Wohneigentum deshalb stark an. Für die dort lebenden Menschen wird es immer schwieriger, sich ein Haus oder eine Eigentumswohnung leisten zu können. Außerdem gibt es häufig gar kein nennenswertes Angebot an Immobilien. Die Schere zwischen Arm und Reich kann sich durch die polarisierende Stadt-Land-Entwicklung verstärken. „Eine Polarisierung der Immobilienpreise kann die Ungleichheit bei dieser Vermögenskomponente verstärken“, sagt der DIW-Verteilungsforscher Markus Grabka. „Dabei stellt der selbstgenutzte Immobilienbesitz zugleich den wichtigsten Vermögensbestandteil der privaten Haushalte dar.“ Ein weiteres Problem ergibt sich dadurch, dass das Angebot an Immobilien aufgrund der teils längeren Planungs- und Bauzeiten nicht so schnell reagiert wie die Nachfrage nach Wohneigentum steigt.

Für Immobilienkäufer ist der Preisverfall von Immobilien in ländlichen Gebieten eine erfreuliche Entwicklung. Für jene, die in solchen Regionen Häuser besitzen, bedeutet das jedoch einen drohenden Wertverlust ihrer Immobilie. Wer etwa Wohneigentum als Altersvorsorge und wichtigen Bestandteil des Vermögens sieht, muss sich auf herbe Verluste einstellen.

Wer Immobilien als Wertanlage besitzt, auf diese jedoch nicht zum Wohnen angewiesen ist, kann den drohenden Wertverlust ein Stück weit abmildern, wenn er überlegt, diese eher früher als später zu verkaufen. Ein Anstieg der Immobilienpreise auf dem Land ist in naher Zukunft nicht zu erwarten.

Bildquelle: Flickr.com – Axel Brocke, Hiddensee – Vitte, CC BY-SA 2.0