Kostenlos inserieren bis 31.12.2019Mit Datenimport für Makler

Wohntrends 2035 – GdW verrät was Deutschen gefällt

Donnerstag 29. November 2018

Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) beleuchtet in einer aktuellen Studie die Zukunft des Wohnens. Welche neuen Wohnkonzepte etablieren sich und begeistern deutschlandweit? Was sind die Trends für modernes Wohnen, die sich in den nächsten Jahren weiter festigen werden? Und welche Ansprüche haben Mieter und Vermieter?

Bereits im Jahr 2013 hat der Branchenverband GdW mit „Wohntrends 2030“ den Markt genauer unter die Lupe genommen. Die Neuauflage der Studie in diesem Jahr geht nun gezielt auf die „Wohntrends 2035“ ein und wirft damit einen weiteren Blick in die Zukunft.

Deutscher Wohnungsmarkt zwischen zwei Extremen

Die Nachfrage nach Wohnraum muss sich in den nächsten Jahren noch stärker an zwei voneinander entfernten Polen orientieren. Neben Zielgruppen mit geringerem Einkommen, die sehr preissensibel auf Wohnungssuche gehen und sich entsprechend für einfach ausgestattete, barrierearme Wohnungen interessieren, gibt es auch eine große Gruppe an Suchanfragen von ‚Anspruchsvollen‘, die eine größere Kaufkraft mitbringen und deren Anforderungen an Wohnungen weiter steigen.

Moderne Ausstattung und Technik, qualitativ hochwertige Materialen und ein erweitertes Service-Angebot sowie zusätzliche Dienstleistungen können diese zweite Zielgruppe für neue Wohnkonzepte begeistern.

Wohnmatrix verrät welche Wohnkonzepte gefragt sind

In der Studie „Wohntrends 2035“ identifiziert der GdW in Zusammenarbeit mit den Partnern InWIS und Analyse & Konzepte erneut Wohnkonzepte, die sich in der Zukunft weiter durchsetzen könnten. In der entsprechenden Wohnmatrix werteten die Studienverantwortlichen klassische persönliche Faktoren (z.B. Alter, Kaufkraft und Haushaltstyp) als auch weitere Informationen wie beispielsweise Freizeitverhalten, Lebensstil und spezifische Wohnwünsche aus. Zudem fließen in die Wohnmatrix auch geäußerte Anforderungen bezüglich Wohnung, Wohnumfeld und Kundenservice ein

(1) Digitales Wohnen

Speziell die Zielgruppe der anspruchsvollen, kommunikativen und häuslichen Haushalte mit entsprechend größerer Kaufkraft sei für digitales Wohnen offen. In enger Verbindung mit diesem identifizierten Wohntrend steht der kontinuierliche Ausbau des LTE Netzes, der für viele Elemente des digitalen Wohnens erst die Basis schafft:

  • Smart Living – Sensorik & Gerätesteuerung
  • Optimierte Logistik – automatische Bestellungen
  • Smart Shopping u.a. Augmented Reality Angebote
  • E-Health – z.B. Tele-Diagnostik

Die Wohnungswirtschaft muss sich hier zunehmend weiterentwickeln.

(2) Smartes Quartier

Das städtische Leben wird sich zunehmend verändern. Neue Anforderungen der Zielgruppen in Bezug auf Mobilität, Verkehrsinfrastruktur, Energieversorgung und Kommunikation beschleunigen so manchen Wohntrend. Die Unternehmen der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft können hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.

Das bezieht sich insbesondere auf zusätzliche Angebote in Bereichen wie E-Mobilität, einer gesteigerten Energieeffizienz des Wohnraums und ‚Smarter Quartiere‘, deren Nachbarschaft lebendig und digital organisiert wird.

(3) Wohnungsvermietung 4.0

Von größerer Selektivität sei künftig auch die Mieterauswahl geprägt. Nach Ansicht der Studienverantwortlichen komme es auch zunehmend darauf an, einen Mieter zu finden, der sich im entsprechenden Wohnumfeld wohlfühlt und sich mit den Gegebenheiten der Nachbarschaft identifizieren kann.

Eine größere Anzahl von digitalen Informationen zum eigenen Wohnungsbestand und den Interessen potenzieller Mieter kann Wohnungsunternehmen dabei unterstützen, die bestmögliche Auswahl bei der Vermietung zu treffen. Die fortschreitende Digitalisierung wird auch transparentere und schnellere Vermietungsprozesse begünstigen.

(4) Ausbau von Online-Services

Für die Mehrheit der deutschen Haushalte gehört die Nutzung des Internets mittlerweile zum Alltag. Dementsprechend identifiziert die Studie einen gesteigerten Wunsch nach digitalen Informationsangeboten und zusätzlichen Services. Hierauf sollten agile Wohnungswirtschafts- und Immobilienunternehmen agieren.

Der GdW thematisiert in diesem Zusammenhang einen gezielten Ausbau der Online-Kommunikation mit Kunden, beispielsweise über Kanäle wie Apps. So können Kundenanliegen künftig noch schneller bearbeitet werden, die Kundenzufriedenheit steigt und effizientere Prozesse vereinfachen auch die Arbeit für die Unternehmen.

(5) Co-Housing & weitere Wohnalternativen

In Deutschland wird im Vergleich zu anderen Mitgliedsstaaten der EU viel häufiger gemietet. Zwar besteht auch ein zunehmendes Interesse an Wohneigentum, allerdings bleibt die Anzahl der Mieter hoch.

Das begünstigt wiederum die Entstehung alternativer Wohnformen und neuer Konzepte, die speziell den Wunsch auf Mitwirkung und Gemeinschaft in den Mittelpunkt stellen. Flexible Konzepte wie Co-Housing, Colloborative Living und Baugemeinschaften gehen aus diesem Trend hervor. Für Wohnungsunternehmen wird es daher zunehmend wichtig, weitere zielgruppenspezifische Wohnkonzepte zu entwickeln.

(6) Mikrowohnungen – Klein aber fein

Speziell in Ballungszentren und Großstädten wird der Wohnraum knapp, die Nachfrage danach steigt allerdings weiterhin. In diesem Zusammenhang werden künftig kleine Wohnungen (Mikrowohnungen) sowie Apartments mit entsprechendem Service-Angebot (Serviced Apartments) eine größere Rolle spielen. Dieser Wohntrend spricht vor allem eine junge Zielgruppe an und wird der Markt sein, für den sich auch Kapitalanleger verstärkt interessieren.

(7) Zusatzausstattung gefragt

Bei Grundriss und Ausstattung werden die Deutschen wohl noch anspruchsvoller. So gilt vieles an Zusatzausstattung teils bereits als ‚normal‘ und weitere Modernisierungsmaßnahmen werden eingefordert, um die Lebensqualität nochmals zu steigern. Barrierefreiheit und Wohnfläche sind dabei nur zwei von vielen Themen, die noch stärker in den Mittelpunkt rücken wird.

(8) Multifunktionalität – Digitale Schnittstellen

Modernes Wohnen schließt bis zum Jahr 2035 auch viele digitale ‚Standards‘ ein. Entsprechende Multifunktionalität durch eine technische Grundausstattung mit WLAN & Co. wird zum marktbestimmenden Faktor. Darüber hinaus sei der Aspekt des Wohlfühlens von zunehmender Bedeutung.

Weiterführende Informationen zur Studie

Bildquellen: Flickr.com
Martin Fisch, Spiral, CC BY 2.0
Mike MacKenzie, Home Automation, CC BY 2.0
Reinhard Link, Berlin – TV Tower / Fernsehturm in Berlin-Mitte, CC BY-SA 2.0